Die mobile Zukunft ist meine Gegenwart

Seit einem Jahrzehnt arbeite ich in den Medien. Seit einem halben Jahrzehnt im digitalen Werbegeschäft. Seit zwei oder drei Jahren prophezeihen alle in der Branche, dass der Großteil des Traffics schrittweise mobiler wird. Seitdem werden sich die Köpfe über die Monetarisierung zerbrochen. Ich bin Teil dieser Branche und habe immer genickt. Das ist auch nicht schwer, wenn man sich selber anschaut. Smartphones sind Standard geworden und der tägliche Begleiter für eine große Masse. Das ist offensichtlich. 
Doch die Situation ist noch viel dramatischer.

Ich hatte hier einige Aha-Erlebnisse in den letzten Woche. 

Das vielleicht größte diese Woche. 
Abends schrieb ein Kollege in unserer Firmen-WhatsApp-Gruppe, dass er am nächsten Tag Homeoffice machen würde. Ich stimmte zu, ist bei uns nichts ungewöhnliches. Bis ein anderer Kollege darauf hinwies, dass gerade er der einzige sei, der an dem Tag den Schlüssel zum Büro hätte. Wir haben durchaus mehr, aber dank Urlaub und Dienstreisen war er der letzte Mohikaner. Er fragte kurz, ob nicht alle im Homeoffice bleiben könnten. 
Ich verneinte. Nicht, weil ich nicht wollte. Sondern weil ich nicht konnte. Den Firmenlaptop hatte ich wie so oft im Office gelassen. Und zu Hause habe ich mittlerweile keinen funktionstüchtigen Rechner mehr. 
Vor wenigen Wochen hat er seinen Dienst quittiert. Bemühungen diesen zu ersetzen, hatte ich schnell verworfen. Denn in diesem Moment war mir bewusst geworden, dass ich ihn seit Monaten maximal einmal die Woche hochfuhr. Um mit meinem Eltern zu skypen. Das haben wir seitdem auf das Tablet umgestellt, was sogar besser funktioniert. 
Noch vor Jahren saß ich fast jeden Abend mit dem Laptop auf dem Schoß und wühlte mich durchs Netz. Zu der Zeit – zwei Jahre ist das her – erzählte ein Partner, der für Google arbeitete, dass er mittlerweile alles über Smartphone und Tablet erledige. Das klang nicht machbar. Doch jetzt ist es auch für mich Realität. Sogar mit dem Hinweis, dass ich alles zu über 90 Prozent am Smartphone erledige. Eine höhere Zahl wird nur durch fehlende Mobilefunktionalitäten verhindert – wie die fehlende Möglichkeit den Kader für das Kicker Managerspiel mobile zusammen zu stellen. Solche Sachen müssen sich ändern. Werden sich ändern. Sonst bin ich raus. Und mit mir viele. 
Die Leistungsfähigkeit der mobilen Devices sind mittlerweile so stark, dass man einen Rechner für Standardsachen, wie surfen, lesen und schreiben nicht benötigt. Ausnahmen, wie Gaming wird es immer geben. Doch der Alltag wird mobiler. Ist es schon. Jetzt!
Dass ich diesen Text am iPhone in Evernote geschrieben habe, muss ich nicht extra erwähnen, oder!?!

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